Was die Zukunft bringt

Wie leben und arbeiten wir im Jahr 2050? Zukunftsforscher Eike Wenzel erklärt, welche Megatrends die Welt verändern – und wie die nachhaltige Gesellschaft von morgen (wahrscheinlich) aussieht

Text: Eike Wenzel & Oliver Dziemba Fotos:

Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Trotzdem ist es notwendig, genau das zu versuchen. Weil die Welt sich ständig wandelt und wir uns diesen Veränderungen stellen müssen, sollten wir die wichtigsten Prozesse früh verstehen, um unser Leben und Wirtschaften vorausschauend zu organisieren.

Megatrends helfen dabei. Darunter versteht man keine kurzfristigen Hypes oder Konsummoden, sondern mittelfristige, robuste Entwicklungen, die Aufschluss darüber geben, wie sich die Welt in den nächsten 30 bis 50 Jahren neu gestalten wird. Bei Technologie- und Gesellschaftstrends beträgt die Halbwertzeit zehn bis zwanzig, bei Konsum- und Lebensstiltrends sind es fünf bis zehn Jahre.

Auch wenn man die Kraft von Megatrends im Alltag oft nicht spürt: Entziehen kann man sich ihnen nicht. Sie nisten sich in unseren persönlichen Fasern ebenso nachdrücklich ein wie sie Branchen und Märkte grundsätzlich verändern. Zwar lassen sich Megatrends nicht direkt auf einzelne Geschäftsmodelle oder Branchen reduzieren. Sie sind aber auch keine Hirngespinste oder freischwebende Utopien. Sie dienen als Frühwarnsystem und helfen dabei, aktuelle, weltpolitische Ereignisse wie etwa den momentanen Flüchtlingsstrom einzuordnen.

Vater der Megatrend-Idee ist der amerikanische Forscher John Naisbitt. Er prägte den Begriff Anfang der 80er-Jahre, um die Prozesse gesellschaftlicher Veränderungen, die aus seiner Sicht zunehmend schneller abliefen, in ein zeitliches Schema einzuteilen. Konkret definiert hat er Megatrends nicht.

Das haben wir beim Institut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ) in Heidelberg vor vier Jahren gemacht. 15 Megatrends sind es momentan (siehe Kasten rechts), wir aktualisieren diese fortlaufend und stellen unsere Erkenntnisse Unternehmen zur Verfügung. Die Analyse zeigt, dass etwa zwei Drittel dieser Trends darauf hindeuten, wie sich Deutschland künftig zu einer digitalen Nachhaltigkeitsgesellschaft entwickelt. Die sechs bedeutendsten – Gesundheit, Energiewende, Klimawandel, Dezentralisierung, Neo-Urbanisierung, Familie 2.0 – stellen wir in den nächsten Tagen vor. Sie wirken sich darauf aus, wie wir in Zukunft leben, arbeiten, uns kleiden, was wir frühstücken oder wie wir ins Büro kommen.

Profil
Pia Bublies

Die Hamburger Illustratorin Pia Bublies wurde bereits mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Zu ihren Kunden zählen unter anderem DIE ZEIT, DER SPIEGEL, Google und Tempus Corporate. Weitere Bilder, Illustrationen und Infografiken finden sich auf www.piabublies.de.

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