Mediathek

Deadly Fashion

3 Modeblogger in Kambodscha

Was passiert, wenn man drei norwegische Modeblogger nach Kambodscha zu den Produktionsstätten ihrer unzähligen Kleidungsstücke schickt?

Das hat die führende norwegische Zeitung Aftenposten in der bewegenden Videodokumentation „Sweatshop – Deadly Fashion“ ausprobiert und ließ Anniken, Ludivig und Frida unter anderem bei Sokty, einer kambodschanischen Näherin, in Phnom Penh wohnen und mit ihr zur Arbeit zu gehen.

Stundenlanges Nähen, Schlafen und Essen auf dem Boden, Druck von den Vorgesetzten, strikte Produktionstimings, keine richtigen Toiletten auf der Arbeit – allein der erste Tag zeigte den Bloggern die Grenzen auf und öffnete ihnen die Augen. Gleiches galt für die Aufgabe von ihrem gesamten Tageslohn von drei Dollar pro Person einen Tag zu überleben und die Begegnung mit Näherinnen, die von der Industrie unterdrückt werden.

Natürlich ist bei so einer Produktion davon auszugehen, dass eine der besseren Fabriken gezeigt wird, doch allein diese Arbeitsbedingungen führen den drei Bloggern vor Augen, dass Menschen für ihre Leidenschaft unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, leben und sterben müssen.

„You think you know. You think it is bad. But you just don’t know how bad it is, before yo seen it. It is stupid that we have to go all the way down here to understand it. In Norway we live in a bubble.“, sagt Ludvig in Episode 2. Dem ist nichts hinzuzufügen, würde wahrscheinlich aber vielen Europäern so gehen – auch denen, die meinen zu wissen, wie es wirklich ist.

Alle Folgen der Dokumentation sind zu finden auf der Seite des Aftenposten.

UPDATE (22.10.2015): Jetzt auch der WDR eine deutsche Version ausgestrahlt, die auch in der Mediathek zu finden ist.

UPDATE (27.10.2015): Das Team von der Reality-Serie sammelt bei Kickstarter für eine Fortsetzung.